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Alle Rezensionen zu Qvales Ensemble
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Bohem
(2011, Kirkelig Kulturverksted FXCD375)

Ach Absinth, du grünes Teufelsgesöff! Verwirrst mir die Sinne und vernebelst mir den Verstand! Aber der Genuss bewusstseinserweiternder Getränke gehört zum Leben der Bohème, dem Frode Qvale und sein Ensemble mit »BOHEM« ein verspieltes, hintersinniges und untergründig rebellisches Denkmal setzt. Mit schwülem Tangos, angetüterten Walzern und romantischen Piano-Träumereien. Es sind aber nicht die regennassen Straßen des Montmartre, durch die Qvale hier flaniert, es sind die gewundenen Gassen von Bergens Altstadt. Ein Bohemien ist dezidiert kein Spießer mit Aktentasche und Seitenscheitel, sondern einer, der Müßiggang und Treibenlassen zur Kunstform erhoben hat. Auch wenn er in seiner ungeheizten Dachkammer friert.

»BOHEM«ist eine liebevolle Hommage an eine untergangene Caféhaus- und Ballhaus-Kultur. Das gesamte Album kommt sanft sepiafarben daher. Frode Qvalde und seine Mitmusiker geben ein fabelhaftes Salonorchester ab. Spielen ihre Miniaturen mit unaufdringlicher Präsision, entschlackt vom nostalgischen Plüsch und beweisen, dass Demi-monde kein Schimpfwort ist. Trotz einiger augenzwinkernder Ausflüge ins Lasziv-Erotische schwingt in den auf norwegisch gesungenen Songs stets eine kleine Traurigkeit mit. Und eine ziehende Sehnsucht nach einer Zeit, in der man sich, am Marmortischchen sitzend, einen ganzen Tag lang an einer Tasse Kaffee festhalten konnte. Und seinen nächstren Roman plante. Oder die nächste Symphonie. (emv)

 Qvales Ensemble: Bohem

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.qvales.no

   

Grønn
(2004, Kirkelig Kulturverksted FXCD 280)

Frode Qvale und sein Ensemble hatten ganze acht Einträge in den ersten sechs Monaten nach CD-Veröffentlichung in ihrem Gästebuch zu verzeichnen. Ein wahrer Geheimtipp also, der uns den Weg in die abgelegenen Ecken der Seele leuchtet und sinnenfreudig Bilder malt. Wo Trompeten schlurfig durch Moll tapsen, osteuropäische Klezmer-Sounds das Exotenherz betören und Akkordeons vergnüglich Jahrmarktstimmungen konturieren, da ist musikalischer Tiefgang nicht weit.

Das Emsemble bewegt sich zwischen Walzer, Tango und traditioneller Folklore, jeweils mit Panoramablick Richtung verspielter Popmusik. Fast wie eine »Light-Version« von Kaizers Orchestra – ohne Abgrund, Militarismen und perfide Perkussion. Alles eine Spur poppiger, gesitteter und reifer. Ganz in Opposition zu mancherlei Songtiteln wie »Alt Har Ein Ende Men Pølsa Har To« oder »Såpebobler« – vielleicht sollte die Kooperation mit Texter Gunnar Roalkvam noch einmal überdacht werden? Dann klappt es bestimmt auch mit der gebührenden Resonanz im Gästebuch ... (maw)



Siehe auch:
Kaizers Orchestra



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