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Alle Rezensionen zu Ingenting
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Ingenting Duger
(2005, Labrador LAB 063)

Nichts – so kann man guten Gewissens »Ingenting« ins Deutsche übersetzen, und eigentlich ist dies als Name keine gute Voraussetzung für eine junge Band, sich einen Platz an der Sonne zu erspielen. Eigentlich! Denn was hier fünf Jugendfreunde aus Stockholm zu bieten haben, klingt nett und intelligent genug, dass man ihnen Erfolg nicht nur wünschen mag, sondern durchaus erwarten kann. Zuweilen lassen sie in guter alter Indie-Tradition die Gitarren schwelgen, dann wieder hat man sich so einiges bei Lou Reed abgehört (als es ihm noch und wieder gut ging), und schlussendlich lugen hier und da die Beach Boys um die Ecke – und so erinnern Ingenting manchmal an ihre dänischen Surfbeat-Kollegen namens Velour.

Vielleicht ahmen sie ihre Vorbilder manchmal zu brav nach? Andererseits findet sich sofort eine spielerische Unbekümmertheit, die diesen Einwand bald entkräftet. Und hört man genau hin – gewissermaßen durch die musikalischen Anleihen hindurch –, so wird ein Witz deutlich, der erfrischt und belebt. (frk)



Siehe auch:
Velour

 Ingenting: Ingenting Duger

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.labrador.se

 

Nytt
(2003, Oslove 7044177431628)

Ehrliche Arbeit. Echte Authentizität. Erdige Töne. Alles Attribtute, mit denen die norwegischen Bluesrocker punkten können. Ein hippes Publikum mag über diese altmodischen Werte gähnen, hat aber mit Sicherheit keine alten Alben von John Cale oder Ry Cooder im Plattenschrank stehen, was von nicht geringem Hochmut zeugt. Das Quintett rund um den rauhröhrigen Sänger Kjell Undheim ist seit Anfang der 90er aktiv und hat seitdem ein knappes Dutzend Alben vorgelegt. »NYTT« aus der mittleren Phase ist ein unmittelbar schweißtreibendes Werk mit hohem Wir-sind-Echte-Kerle-Faktor. Ich meine echte echte Kerle und nicht solche, die es nötig haben.

Diese Bluesrocker sind keine wilden Wüteriche. Kennen und pflegen ihre Zwischentöne. Können katzenpfötchensanft sein. Sentimental sowieso, und wenn es nur ums beseelte Pfeifen geht. Kinder können in Begleitung Erwachsener gefahrlos zu Ingenting-Konzerten zugelassen werden. Damit sie frühzeitig lernen, dass eine einsame Bluegrass-Mundharmonika und eine gepflegte Slidegitarre das Herz in merkwürdige Sehnsuchtszustände versetzen können. Nein, Ingenting sind keine Bilderstürmer, sondern gefühlige Traditionalisten. Und was wäre, wenn es diese Spezies plötzlich ausstürbe?

Noch ein ganz kurzes Wort zum Bandnamen: Die norwegischen Ingenting waren früher da als die schwedischen Tweepopper Ingenting, die sich zur Abgrenzung mit einer eckigen Klammer schreiben. Ingenting heißt auf schwedisch »nichts«. Das Nichts als beliebter Bandname? Hmm. (emv)

 Ingenting: Nytt

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.labrador.se

   

Tomhet, Idel Tomhet
(2009, Labrador/Broken Silence LAB123)

Ingenting sind wie auf altmodische Art pubertierende Jugendliche: mal in sich gekehrt, mal fröhlich, mal herzgebrochen, mal unsicher, mal liebesbedürftig, mal verwirrt. Das zweite bei der Zuckerbäckerplattenfirma Labrador erscheinende Album »TOMHET, IDEL TOMHET« des Sextetts aus Stockholm ist, dem Himmel sei Dank, labeluntypisch süßkramfrei ausgefallen. Ist zärtlich, vielschichtig und von einer stillen Freude. Was unmissverständlich zeigt, dass der naive, großäugige Ansatz am Ende siegen wird. Denn merke: Die Berechnung und der prahlende Egoismus sind der der Tod des Pop.

Ingenting zelebrieren ganz bewusst bescheidene Hymnen. Leichtfüßig, schwerelos und angenehm selbstverständlich. Streuen zwischendurch fein abgewogene Boy-Girl-Duette ein. Das ist die ideale Musik, mit der sich ein Tag auf angenehme Art vertrödeln lässt. Ingenting sind die Helden der kleinen, hellsichtige Einsichten. Spüren flüchtigen Gefühlszuständen sensibel nach. Diese selbstbewusste Verträumtheit der Schweden hat etwas ungemein Tröstliches. Wir müssen nicht immer nur müssen. (emv)

   

Mycket Väsen För Ingenting
(2007, Labrador LAB097)

Keinen geringeren als Shakespeare haben sich die vier Stockholmer für ihr zweites Album zum Vorbild erkoren. Tiefgründig, lyrisch und immer wieder neu faszinierend sollte es dieses Mal sein: »Viel Lärm um nichts«. Ziemlich ambivalent ist es geworden. Prägnant ist jedes Mal der Hang zum Schönen und der Zwang zum Bruch. Mitreißend ist die Liebe zum Detail, die Freude an simpelsten Akkorden und sehnsüchtigen Melodien.

Wobei sich die wahre Größe erst bei den fast quälend langsamen Songs zeigt. Aber eben nicht immer. Die zerbrochen-traurigen »Bergochdalbanan« und »Lisa Sa« stehen auf der Haben-Seite; anderes wirkt seltsam zerfahren und diffus verloren auf dem weiten Feld schwedischsprachiger Popmusik. Die vielen Brüche erweisen sich partiell als Stolpersteine. Trotzdem verstehen Ingenting auf eine eigene Art das Spiel aus Licht und Schatten, schaffen Zuversicht auf Schwermut, wenn nicht gerade Schwermut auf Zuversicht. (maw)

   

Ingenting Er Lätt
(2004, Labrador CD-LAB057)

Schwedens Tageszeitung Dagens Nyheter schrieb über Labradors Newcomerband, sie wären für alle Indie-Fans der ultimative Soundtrack für den Sommer. Dem ist nichts entgegenzusetzen. In ihrer Heimatsprache singend spielt sich die Band auf ihrer ersten EP »INGENTING ÄR LÄTT« (übersetzt: Nichts ist leicht) durch zwei energische Low-Fi-Stücke und zwei träumerische Balladen, die sehr an Velvet Underground erinnern.

In ihren Songs sind ihnen die Liebe und der Sex genauso Themen wie das Klagen über Alltäglichkeiten und das Aufgreifen von schnurrigen Mundsprüchen. Ihre Texte beweisen Witz, die Melodien sind eingängig und die Stücke manchmal dem instrumentalem Chaos erlegen. Selbst sagen Ingenting, dass ihnen Engel die Songs zugeflüstert hätten. Na hoffentlich kommen die wieder für weitere Stücke. (lic)



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