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Alle Rezensionen zu Krakatau
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Matinale
(1994, ECM/Universal 1529)

»MATINALE« des Projektes Krakatau um den Gitarrenberserker Raoul Björkenheim ist ein echter Klassiker, der in keinem CD-Regal des ambitionierten Jazzfreundes fehlen darf. Hier ist bereits alles exemplarisch angelegt, was bis heute den modernen skandinavischen Jazz prägt und auszeichnet: Eine wüst-urbane Grundierung, ohne allein auf amerikanische Vorbilder angewiesen zu sein; ein Spiel dennoch mit außerskandinavischen Einflüssen und eine behutsame Balance zwischen der durchaus akademischen Tradition und einer neuen Weltoffenheit, die keine Berührungsangst mit dem heimischen Folk, aber auch volkstümlichen Weisen anderer Regionen mehr kennt.

Besonders gefällt hier das Spiel des Saxophonisten Jone Takamäki, der dank der Komposition »Jai-Ping« und den darin enthaltenden fernöstlichen Anleihen (damals) ungewohnte Rhythmen einführte, zu der sich die langgezogenen Gitarrenklänge Björkenheims ideal ergänzen. Eindringlich lauernd, aber auch dunkel vertraut »Rural«, getragen vom Bassspiel Uffe Krokfors', während »Sarajevo« wie zu erwarten fast harmlos und beinahe melodisch beginnt, um sich bald in einer disharmonischen Klangwelt zu verlieren. Wie zum Ausgleich folgt »Suhka«, ein fast schon elegisches Stück, das auf die erzählende Stille des Nordens setzt – und also beschwörend schön. (frk)



Siehe auch:
Raoul Björkenheim
Edvard Vesala
Jone Takamäki

 Krakatau: Matinale

   

Volition
(1992, ECM/Universal 511.938-2)

Bedrohlich brummelnde Tom-Rhythmen, scheidend scharfe Gitarren-Feedbacks und ein sadistisch quäkendes Saxofon – so beginnt Krakataus Reise in ein furioses Sound-Inferno, das allen Jazz-Puristen die Haare zu Berge stehen lässt. Gitarrist Raoul Björkenheim, der schon bei Edward Vesala viel Experimentiergeist bewies, treibt seine Band zu einer wagemutigen Reise durch fernöstliche Ethno-Klangfarben, zerrende Rock-Aufschreie und nervösen Freejazz in der Nachfolge von John Coltrane.

Zum Beispiel »Little Big Horn«: Dieses Stück erinnert durch sein in weiten Kreisen anschwellendes Crescendo an tibetanische Musizier-Muster. In diesem kakophonisch-rasenden Treiben fällt besonders Jone Takamäkis »Krakaphon« auf – ein aus einer acht Fuß langen Orgelpfeife zusammengezimmerter Eigenbau. (peb)



Siehe auch:
Jimi Sumen



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