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Alle Rezensionen zu Aavikko
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

History Of Muysic – Selected Non-Album Material 1985 – 2003
(2004, 9PM/Indigo Muysic-03)

Mehrere Flaschen Wodka, ein Schlagzeug, ein Bass, eine Elektro-Orgel und gesundes finnisches Selbstbewusstsein mögen der Ursprung des Disco-Surf-Party-Sounds Aavikkos sein. Die gewöhnungsbedürftige, instrumentale Ausnahmekapelle – aka die »Boys From Siilinjärvi« – überbrückt die Wartezeit auf ein neues Werk mit dieser Retrospektive auf ihre ganz persönlich »Muysik«-Geschichte: Zwischen trashigen Casio-Krachern der Frühgeschichte anno 1995 bis zu solideren Fabrikationen der Neuzeit (bis 2003) piepen, tröten und quaken schräge, psychedelische Töne aus allerlei technischen Gerätschaften.

Beschränkt sich der »Hamburger Ost-Hafen Seemannschor« in zwei Tracks noch auf »lalala«, so flattern bei »Eye Of The Leopard« die Ohren: Der afghanische(!) Schlagerstar Kabar ergreift in Las Vegas das Mikro und singt die Wüstensöhne in Grund und Tanzboden ... wenn das kein Zündstoff für eine gelungene Party garantiert, was dann? (nat)



Siehe auch:
Desert Planet
Verschiedene: Tervetuloa Kioskiin Vol. 4

 Aavikko: History Of Muysic – Selected Non-Album Material 1985 – 2003

   

Novo Atlantis
(2009, Stupido Records TWINCD-103)

Nichts Neues im klanglichen Mikrokosmos von Aavikko trotz vierjähriger Schaffenspause, zumindest was die Veröffentlichung von CDs betrifft? Aber warum sollten sie auch etwas verändern, haben sie sich doch eine Nische geschaffen aus rein instrumentalem Orgel-Disco, voller billiger Synthi-Sounds und einfachen Melodien. Also wirklich nichts Neues?

Doch, ein bisschen, und je mehr man hört: sogar ziemlich viel. Die Stücke sind länger geworden, das hat für die Band den Vorteil, dass man nicht so viele Ideen für eine ganze CD braucht. Und man kann länger zu den Tracks tanzen. Vor allem ist der Sound von Aavikko professioneller geworden, man kann auch sagen glatter. Die anarchische Verspieltheit ist verloren, »NOVO ATLANTIS« wirkt ernster, seriöser. Sie spielen mit Klassik-Schnipseln (»Dies Irae Discodelico«) und lassen die Discokugel hinter einem Retro-Kraut-Prog-Vorhang verschwinden. Das letzte Stück, »Novo Atlantis II«, dauert sogar 15 Minuten und ab der Hälfte dudelt eine Kirchenorgel. Natürlich nicht so wie eine von der Stange, die man in jeder x-beliebigen Kirche findet, sondern eine von dem berühmten japanischen Kirchenorgelbauer Casio Farfisa. (tjk)

   

Back From The Futer
(2005, 9PM/Broken Silence 9pm 032)

Vier Jahre nach dem letzten Studioalbum melden sich Tomi Leppänen (rhythm), Tomi Kosonen (key, sax) und Paul Staufenbiel (key) aus der Zukunft zurück: mit einem wunderbar schrägen Sammelsurium aus (irgendwo, aber wo? zusammengeklauten) Ohrwurm-Melodien, Sounds zwischen Himmel und Hölle und »Party-Rhythm« aus der Drum-Computer-Dose.

Aavikko haben sich neu erfunden, sogar noch besser als bisher: Es dudelt und nudelt und brodelt zwischen Irrsinn und Autobahn, die Farfisas und Yamahas fiepen um die Wette, zwischendrin ein Theremin (Lydia Kavina) und Saxophon-Eruptionen: nicht nur tanzbar, auch noch experimentierfreudig und futuristisch. Munich Disco aus den Sechzigern meets Instrumental Surf, ach was soll man noch sagen: rund, bunt, trashig, genial! (tjk)

   

Derek
(1996, Humppa 005)

Die definitive Party-Bombe und der absolute Kracher damals: zwei Orgeln und ein Schlagzeug, sonst nichts. Die Herren Koivumäki, Kosonen (key) und Leppänen (dr) dudeln und rumpeln sich durch 15 kurze Stücke, die allesamt klingen wie gut geklaut, das aber nicht sind.

Irgendwo zwischen Eläkeläiset, HC Andersen und diversen anderen schrägen Vögeln finden Aavikko eine Nische aus obskuren und manchmal ultrafiesen Farfisa-Sounds, 60er Jahre-Hipness und genialem Trash – immer gut zum Tanzen und unverzichtbar in Retro-Zeiten. Wäre übrigens auch ein toller Soundtrack für Austin Powers. (tjk)



Siehe auch:
Eläkeläiset



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