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Alle Rezensionen zu Europe
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Rock The Night – The Very Best Of Europe
(2 CDs, 2004, Epic/Sony Music 516054.2)

Mit Europe kam in den 80ern der Ha(a)rdrock erst ins Elchland, dann nach Resteuropa – und die Frisur hielt. Dauerwellen und Spray, der Look entsprach dem amerikanischer Posertrüppchen im Stile Winger, Whitesnake und Konsorten. Die musikalische Untermalung des Haircrimes: Chartfähiger Metal-Pop. Paradestück die Hymne »The Final Countdown« aus dem Jahre 1986, die heute noch für jedes (Sport)Ereignis im Fernsehen herhalten muss – und bei erfolgreichem Ausgang selbigen schließt sich Queens »We are The Champions« an.

Bis dahin musste die anno 1978 von Sänger Joey Tempest aka Joakim Larsson, und Gitarrist John Norum unter dem denkwürdigen Namen WC gegründete Band jedoch etliche Hürden nehmen, wie einen Nachwuchswettbewerb gewinnen sowie einige Namen plus einen Stall voll Bassisten/Schlagzeugern verschleißen. Die Retrospektive »Rock The Night« beginnt mit gleichnamigen Superhit; es folgen zahlreiche Bonustracks, Single-B-Seiten und zwei Livemitschnitte. Für berechenbar altbackene Poser-Sounds mit ordentlich Synthetik-Schmonz und hingekleckerten Solo-Einlagen samt sämig-satten Rockballaden ist gesorgt. It's The Final Countdown. Bis zur nächsten Reunion oder so. (nat)



Siehe auch:
John Norum


Zur DVD-Rezension über Europe

 Europe: Rock The Night – The Very Best Of Europe

Offizielle Website

Offizielle Website      http://europetheband.com/

   

All Or Nothing
(2005, CMG/Sony BMG)

Nach 20 Jahren Abstand klingt der Bombast-Synthie-Rock der Schweden heute schon fast unfreiwillig komisch: Diese pompöse Ernsthaftigkeit, diese selbstverliebten, machomäßig aufgebrezelten Gitarrensoli, diese ironiefreien Lyrics aus dem Reim-Wörterbuch ... das wirkt seltsam blutleer. Und darüber liegt die gepresste Stimme von Joakim Larsson, die versucht, herzzerreißende Geschichten von großer Leidenschaft zu erzählen und dabei kläglich scheitert.

Aber weil alle Musikstile irgendwann Auferstehung feiern und The Ark oder The Darkness erfolgreich an den späten Glamrock anknüpften, nutzt Sony BMG die Gelegenheit, alte Europe-Hits aus der Abstellkammer der Popgeschichte, Unterabteilung Horrorkabinett für Föhnfrisurenmonster, hervorzukramen. Wäre nicht nötig gewesen. Am Ende tauchen noch Van Halen mit aus der Versenkung auf – schnell den Riegel wieder vor! (emv)



Siehe auch:
The Ark

   

Start From The Dark
(2004, Sanctuary/Soulfood TT0640)

Na, darf das denn wahr sein? Europe – »The Final Countdown«, 80er-Heavy-Hymne, und der Schmachtfetzen »Carrie« ... das waren Zeiten. 1991 veröffentlichten Europe mit »Prisoners In Paradise« ihr letztes Studioalbum, und es wurde still um die Band, bis zu »START FROM THE DARK«. Wer es sich vom Original-Line-Up leisten kann, hat die langen Haare noch. Und was soll ich sagen: Ich hätte das Album ja gerne in der Luft zerrissen, aber das würde ihm nicht gerecht werden.

Dieser Punkt geht also an die Schweden: Der Pathos wurde mächtig zurückgeschraubt, der Hardrock von einst ordnet sich modernen Parametern unter, Songs wie »Hero« oder »Reason« bleiben haften. Wenig Keyboards sind zu hören; dafür wurden die Gitarren ordentlich aufgedreht, um fette Riffs und Soli (»Sucker«, »Song No. 12«) unter die Leute zu bringen, und Gott sei Dank: Man unternahm keinerlei Versuche, alte Hymnen wiederzubeleben. (chd)

   

1982 – 1992
(1993, Epic/Sony Music 473589-2)

Die permanente Neujahrsfeier resümiert in siebzehn Songs ihren Werdegang: »Carrie«, »Seven Doors Hotel«, »Prisoners In Paradise« und natürlich das unverwüstbare »The Final Countdown«. Alle da. Alles garantiert frei von Stil und Charme und randvoll mit sinnfreien Textpassagen, die man ohne jegliche intellektuelle Barriere beim ersten Hören mitgrölen kann.

Musikalisch gibt es gar noch eine Steigerung: schmalziger Hardrock mit übertrieben theatralischer Spannung und schalem Glam-Einschlag. Damals die Säule Spandex-Industrie und dank tonnenweise Haarspray ganz sicher schuld am Ozonloch. Dieses »Best Of« ist kitschig, klebrig und inzwischen natürlich purer Trash – verkörpert Triumph und Niedergang des Rock'n'Roll in einem. (maw)



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