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Alle Rezensionen zu Laakso
(Genre »Rock«, Land »Grenzgänger«)

 

My Gods
(2005, V2/EMI VVR1032958P)

Der Zeitraffer zeigt: Es hat sich einiges getan im Hause Laakso. 1999 trafen sich die Gründer in einer Studenten-Kantine in Uppsala. Damals wurde ausschließlich in finnisch gesungen, auf dem Debüt noch finnisch/englisch, jetzt ausschließlich auf englisch. Schließlich agiert man nun international. Nicht nur, dass die Band durch zwei Schweden ergänzt wurde – auch der Labelwechsel zu V2 zeugt von gestiegenen Ambitionen.

Auf musikalischer Seite wurde viel entfranst, die – immer noch herrlich akzentbeladene – Stimme begradigt und mit zusätzlichen Synthesizern eine neuer Facettenreichtum entdeckt, der trotzdem das Album wie aus einem Guss erscheinen lässt, allerdings dem Charme abträglich ist. Auch wenn einige Songs nicht die Größe des Vorgängers erreichen, reißt der Spannungsbogen nie ab, reicht von entspannt bis aufgewühlt und dramatisch. Schmerzlich und verzweifelt scheinen die Begegnungen auf der Hamburger Reeperbahn verlaufen zu sein, glücklicher so manche Herzensangelegenheiten. Die verschwurbelte Glockenspiel-Single »High Drama« stellt den Höhepunkt eines Albums dar, das mit Gefühlen, Songwriting und Eigenständigkeit nicht geizt. (maw)

 Laakso: My Gods

Offizielle Website

Offizielle Website      www.laakso.nu

   

Mother, Am I Good Looking?
(2007, V2 VVR1046892)

Man kennt das ja. Erst sind sie ein verschrobener Geheimtipp, bevor sie tonnenweise Streichersülz und High Class-Allaround-Sound über ihre Songs kleckern. Man spricht von Entwicklungspotenzialen und auf einmal hat der geschredderte Frontmann die Frisur eines Vorzeige-Posterboys. Zwar ist ihre Musik immer noch detailreich wie mit allerlei Konfetti aufgeladen, nähert sich – abgesehen vom immer noch vierspurig-breiten Akzent des Sängers Markus Krunegård – aber bedrohlich dem durchschnittlichen Einerlei der Popwelt.

Die salbungsvolle Single »Italiy Vs. Helsinki« wartet gar mit dem Großgestus von The Ark auf, wobei eigentlich jeder Song mit einem klebrig geloopten Background-Chorus ausstaffiert wurde. Es klingt, als ob Laakso auf Teufel komm raus nun kommerziellen Erfolg haben wollen. Es klingt nicht gut. (maw)



Siehe auch:
The Ark

   

Aussie Girl
(EP, 2004, Adrian Recordings ARCD.s 021)

Laakso kommen aus dem nördlichsten Zipfel Schweden, und das hört man ihnen an. Neben großartigem Gebrochene-Herzen-Pop des Titeltracks und zweiter Auskopplung aus »I MISS YOU, I'M PREGNANT« lassen sich allerlei schroffe Landschafts-Schablonen finden, die an der ein oder anderen Stelle mehrfach eingerissen und unpräzise scheinen.

»Good Weather, Stormy Love« darf man getrost unter extrem schrabbeligem Indie-Rock verbuchen, wobei »Sunday Night« mit Kastagnetten und Singer/Songwriter-Stil pointiert einen Kontrastpunkt setzt. Der »Truck Driver« nimmt uns mit auf seine Flucht Richtung Norden, wo die Welt zwar auch nicht einfacher erscheint, aber einem eigenwilligen Charme unterliegt. (maw)

   

I Miss You, I'm Pregnant
(2003, Adrian Recordings ARCD 018)

Wahrlich ein spannendes Gewächs unter den skandinavischen Indierock-Alben! Formvielfalt ist hier angesagt – manchmal eher unscheinbar, dann prächtig blühend. Streckenweise wohlschmeckend, dann subtil und giftig. Die skizzierten Atmosphären strecken sich von getragener Hinterhof-Melancholie, über fröhlichen Midsommar-Tänzen bis zum trügerischen Frieden einer weitläufigen Moorlandschaft. Es schummert, knattert und scharrt unruhig.

Für diesen gebrochenen Habitus steht auch Markus Krunegards Stimme, deren nörgelnde Exaltation klaffende Wunden in die musikalischen Unterlegscheiben der weiteren Mitglieder schlägt. Musik, die Umwege in Kauf nimmt, um am Ziel dann doch nicht anzugelangen, weil die kleinen urwüchsig bewachsenen Trampelpfade sich als zu verlockend herausgestellt haben. (maw)



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