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Alle Rezensionen zu Yggdrasil
(Genre »Folk«, Land »Färöer«)

 

Live in Rudolstadt
(2004, Tutl HJF 99)

Eivør Pálsdóttir wird von vielen als »färöische Björk« bezeichnet. Dies aber nur wegen ihrer Durchsetzungskraft und dem Zauber ihrer mühelos durch sämtliche Lagen und Skalen turnenden Stimme. Dem Experimentiergeist ihrer isländischen Kollegin eifert die zum Zeitpunkt dieses Live-Mitschnittes 20jährige nicht nach – Pálsdóttir hält stattdessen die Volksmusik ihrer Heimat lebendig, transponiert in einen windzerfetzten Jazz-Kontext.

Überhaupt, die Landschaft: Die Stimme geht auf und ab wie die Täler, sie atmet Regen und Schnee. Sie erzählt ähnlich dem Kreischen der Vögel von Freiheit und der rauen Natur, während Anders Hagbergs Saxofon wie der Westwind an den Kleidern rüttelt und der Wellenschlag von Kristian Blaks Piano in mystischem Tonfall raunt. Es gibt keine bessere Musik, wenn man mit der Fähre nach Tórshavn einläuft. Bedrohlich und ekstatisch, tröstend und dann wieder harsch und mit zahlreichen Brüchen durchsetzt verausgabt sich das färöische Sextett Yggdrasil in färöischen Balladen, Inuit-Songs, Shetland-Tunes und ihren eigenen Ethno-Jazz-Ausflügen. Yggdrasil ist die durchweg faszinierende musikalische Blaupause der Inseln. (peb)



Siehe auch:
Eivør Pálsdóttir
Kristian Blak & Yggdrasil
Anders Hagberg
Kristian Blak

 Yggdrasil: Live in Rudolstadt

   

Dímun
(2014, Tutl HJF333)

Diesmal ist die CD zur Abwechslung nicht mehr mit »Kristian Blak & Yggdrasil« überschrieben. Die acht Kompositionen stammen wiederum von ihm, im Wechsel mit Angelika Nielsen. Eine Entscheidung, die »DÍMUN« gegenüber dem Vorgänger deutlich aufwertet. Die nurmehr als Quartett auftretenden Färinger Nielsen (Violine), Kristian (Piano und Gesang) und Michael (Bass) Blak sowie Schlagzeuger Per Ingvaldur Højgaard Petersen spielten diese Suite wieder unter der Produktion Kristian Blaks im Tórshavner Studio ein.

Stóra Dímun ist die kleinste bewohnte der 18 Färöer Inseln, und diese acht Stücke verstehen sich als Hommage an die Insel und ihre Natur, etwa an Nebel, Wellen oder Gestein. Gewohnt magische, ein wenig entrückte Jazz-Folk-Stücke, die Blak als kammermusikalische Suite angelegt hat, verzaubern und bewegen vom ersten Hören an zutiefst. Durch Yggdrasil erfährt man wie gehabt mehr über die Färöer Inseln als durch jeden Reiseführer. (lha)

   

Askur
(2 CDs, 2007, Tutl HJF 133)

Die Reise beginnt bei einem ruppigen, jazzrockigen Auftritt in Torshavn zum 25-Jährigen, um dann zu den eher spröden und zuweilen etwas gediegenen Kammermusik-Ausflügen Kristian Blaks zurückzu finden, denen er Mitte der Achtziger den Vorzug gab. Nicht fehlen dürfen Ausschnitte von seinen Höhlenkonzerten mit Unterstützung des Saxophonisten John Tchicai, wo er dem gelegentlich zu sentimentalen Flötenspiel Anders Hagbergs entgegentritt.

CD 2 versammelt bisher verstreutes Material, so etwa Vorspiel und Libretto zur Oper »Arnhild Og Eystein«, getragen von Eivor Pálsdóttir und dem Tarira-Chor. Oder zwei aufgefrischte Rock-Songs sowie als Höhepunkte zwei Suiten nach Texten des färöischen Nationaldichters William Heinesen, erneut mit Unterstützung der Sangeslegende Pálsdóttirs Unterstützung eingespielt – die nebenbei zeigt, dass sie auch vom Joiken inspiriert wurde. Der Rausschmeißer ist eine echte Kostbarkeit: ein quirliger Calypso, aufgenommen in Cuxhaven. (frk)

   

Risastova
(2006, Tutl HJF 111)

Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen legt Yggdrasil eine gewohnt vielfältige Produktion vor. Wie immer flaniert man zwischen kitschfrei-heimischem Folk und urbanem Jazz; wie immer hat Kristian Blak traditionelle Weisen und Gedichte so aufgefrischt und mit einer offenen Struktur verseehen, dass man die CD auch beim zehnten Hören noch nicht erschlossen hat.

Kári Sverisson singt sehr eindringlich und gefühlvoll von Windböen, den mageren Zeiten auf den Schafsinseln und der kommenden Rückkehr von Gottes Sohn. Ganz herausragend die vierteilige Suite »Vágatunnilin«, geschrieben zur Eröffnung des Autotunnels zwischen den Inseln Streymoy und Vágar und dort hundert Meter unter dem Nordmeer uraufgeführt: Das elegische Zwiegespräch von Piano und Violine wechselt hinüber in einen echten Tanzbodenfetzer und dann zu einer abstrakt basslastigen Komposition. (frk)



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