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Alle Rezensionen zu Viola
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Melancholydisco 2
(2008, If Society IF-49)

Viola pflegen und hegen die Tradition. Was der Hausfrau ihr Sonntagsbraten ist, das ist für Riku Kärkkäinen und Tommi Forsström die reine Spielfreude unter Einbeziehung der liebsten befreundeten Bands. Zum zehnten Bestehen von Viola gibt es statt Torte die Auflage zwei von »MELANCHOLYDISCO«: vier neue Viola-Songs. Plus Remixe der beiden Vorgängeralben »ANYTHING CAN STOP US« und »WONDERABILIA«. Bei der Neuinterpretation von Viola-Material sind dieses Mal finnische Indie- und Dancefloor-Szenegrößen wie Black Audio, Regina und I Was A Teenage Satan Worshipper überzeugend mit dabei.

Viola drehen hier die Synthies bis zum Anschlag auf. Zelebrieren selbstbewusst ihre Abkehr vom reinen Indiepop in Richtung elektronische Tanzmusik, die sie seit ihrem Debüt »TEARCANDY vollzogen haben, was nicht alle Fans goutierten. Sie feiern das feine Melodrama auf der Disco-Tanzfläche, bis die Glitzerkugel hektisch rotiert. Verneigen sich vor Giorgio Moroder und den Pet Shop Boys und der ganzen selbstironischen hedonistischen Tanzkultur. Und vielleicht auch ein bisschen erstaunt vor sich selbst – denn zehn Jahre sind ein kleiner Meilenstein. (emv)



Siehe auch:
Black Audio
Regina
I Was A Teenage Satan Worshipper
Ultramariini

 Viola: Melancholydisco 2

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.pophurts.com

   

Wonderabilia
(2007, Jupiter JUP-023)

Zu den schlimmsten musikalischen Phänomenen der 80er Jahre gehörte der weitgehend ironiefreie Hang zum dekadenten Melodram im Synthiepop. Zu den treuen Bewunderern von Bands wie Soft Cell gehören Viola, wie auf der dritten Veröffentlichung »WONDERABILIA« überdeutlich zu hören ist. Hat man aber den ersten Nostalgieschock überwunden, macht sich langsam widerstrebende Anerkennung breit: Wer so dick retromäßig aus dem elektronischen Kosmetikkoffer aufträgt, muss auf eine rettungslos romantische Art wagemutig sein.

Viola sind die einzig wahren Primadonnas des finnischen Pop, die sich mit Genuss in großen Gefühlen suhlen. Und dabei äußerst tanzbar sind. Naives Pathos peinlichkeitsfrei zu produzieren: Das können nur Viola. Denn die meinen es mit erstaunlich reinen Herzen ernst. (emv)

   

Anything Can Stop Us
(2005, If Society IF-32)

Das zweite Album – besonders wenn die erste Veröffentlichung überzeugt hat – kann sich als unüberwindbare Klippe erweisen. Richtig heikel wird es dann, wenn sich zwei der vier Bandmitglieder verabschieden und der Kopf des Ensembles eine künstlerische Neuorientierung vorgibt. So hat der Titel »ANYTHING CAN STOP US« durchaus Realitätsbezug. Die Rest-Violas marschieren entschlossen in Richtung Elektropop und lassen dabei im Zeittrend kräftig die Discokugeln rotieren.

Divenhaft gibt sich Sänger und Gitarrist Riku Kärkkäinen und lehnt sich an den Depri-Pop von The Cure oder Depeche Mode an. Den Hang zur Theatralik hat sich Riku bewahrt – aber überzeugend ist das Ergebnis nicht, sondern seltsam farblos und epigonenhaft mit einigen kleinen Hinhörern wie »Invisible Revolution«. Sehr schade. (emv)

   

Melancholydisco
(2005, If Society IF-25)

Viola erfreuen ihre Freunde gerne mit eigens erfundenen Goodies. Wie dem alljährlichen Konzert zum Viola-Tag am 3. Juni, zu dem stets ein individuelles Cover-Set gehört, über dessen Thema die Fans online abstimmen können (zum Beispiel One Hit Wonders oder Suomipop!). Zu den weiteren Nettigkeiten der Elektropopper mit viel Sinn fürs gepflegte Melodrama gehört »MELANCHOLYDISCO«. Hier finden sich neue Songs wie das wunderbar tanzbare Sahnestückcken »Sad Eyed Disco Dancers«. Plus jede Menge Remixe des Viola-Klassikers »TEARCANDY« durch befreundete Bands.

Damit eines klar ist: »MELANCHOLYDISCO« ist ein einziger Spaß. Eine funkelnde Kaprice. Ein unverschämt lebendiger Zwischenakt zwischen zwei regulären Alben. Bei den Remixen von Viola-Songs liefern die Boys Of Scandinavia und Iconcrash ordentliche Arbeit ab. Überaus überzeugend aber fällt die Version aus, die Verneri Lumi, Mitglied von RinneRadio, von »Kiss and Goodbye«eingespielt hat: Puuuh, fast so gut wie das Original! (emv)



Siehe auch:
Boys Of Scandinavia
RinneRadio

   

Tearcandy
(2004, If Society IF-15)

Elegisch schwelgender Pop ohne Berührungsängste vor großen Gefühlen. Viola ist ein Quartett, das auf seinem Debütalbum »TEARCANDY« Süße und Melancholie auf ganz eigene Weise verbindet. Nach einigem Schlucken über dick aufgetragene Streicher- und Cello-Einsätze geht das Herz ganz weit auf: weil die junge Band die Suche nach dem Ideal aller Romantiker, der blauen Blume (oder hier: dem perfekten sehnsuchtsvollen Song) ganz ohne Berechnung angeht. »Die meinen das ernst«, denkt man ungläubig. Und fängt an, sich dem Herzschmerz hinzugeben. Spätestens beim leidenschaftlich-epischen »Nuclear Beach« ist keine Gegenwehr mehr möglich.

Dass die frühen Cure und die Smashing Pumpkins in ihrer »MELLON COLLIE ...«-Phase bei »TEARCANDY« Pate gestanden haben, sieht man Viola nach. Sänger und Hauptkomponist Riku hält die Balance zwischen Kunst und Kitsch, Keyboarderin Anu prägt den Sound durch einfühlsames Spiel. »Only Pop Music Can Break Your Heart« schreibt die Band als Motto auf die CD. Da ist was dran. (emv)



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