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Alle Rezensionen zu Poets Of The Fall
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Ultraviolet
(2018, Playground Music/Cargo POTF-47)

»Das klingt wie Sunrise Avenue«, entfleucht es meinem Mithörer beim Opener »Dancing on Broken Glass«. Und damit meint er nicht Sunrise Avenues »etwas wilderes« Lied »Fairytale Gone Bad«, sondern die poppigeren Exemplare. Von den rockigen Wurzeln ist bei den Poets Of The Fall nichts mehr zu hören. Auch das folgende »My Dark Disquiet« schielt, wenngleich minimal härter, stark Richtung Radiotauglichkeit – verdammt, an welches Stück erinnert mich das einleitende Motiv, ich komm einfach (noch) nicht drauf.

In der ersten Single-Auskopplung »False Kings« versucht sich Sänger Marko bisweilen gekonnt in tieferen Lagen, während die Musiker das Tempo in gedrosseltem Tempo theatralische Synthie- sowie Gitarrenwände hochziehen. In ähnlichem Stil folgen die weiteren Songs des Achtlings: Poppig, sehr ruhig mit vielen Synthie-Flächen und eingängigen, mitsingtauglichen Refrains, teils mit extremer 1980er-Schlagseite (»The Sweet Escape«, »Angel«). Mit der insgesamt quälend sterilen, zu polierten Produktion tun sich die POTF keinen Gefallen, ein paar Ecken und Kanten hätten gut getan. Wer die rockigen Zeiten der Poeten vermisst, wird hier definitiv nicht fündig; wer gut arrangierte Popsongs mit starkem Gesang mag, wird mit »ULTRAVIOLET« glücklich.

PS: Ist der Albumname der selbstgekürten »Farbe des Jahres 2018« eines amerikanischen Unternehmens »im Segment der Farbkommunikation« geschuldet? (nat)



Siehe auch:
Sunrise Avenue


Zum Artikel über Poets Of The Fall

 Poets Of The Fall: Ultraviolet

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.poetsofthefall.com

   

Jealous Gods
(2014, Insomniac/OMN Label Services -)

Es kommt mir vor, als hätte ich gerade eben das fantastische Poets Of the Fall-Debüt »SIGNS OF LIFE« zum ersten Mal gehört – und den sympathischen Fronter Marko interviewt. Doch verflixt, wie die Zeit vergeht, das ist fast zehn Jahre her und die Finnen liefern jetzt schon das sechste Studioalbum ab. »JEALOUS GODS« komplettiert die Trilogie, die mit »REVOLUTION ROULETTE« begann und mit »TWILIGHT THEATER« fortgesetzt wurde.

Wie alle Scheiben zuvor enthält auch der neue 51-Minüter alle Kennzeichen der Herbst-Poeten: Emotionaler, abwechslungsreicher Gesang, tolle Gitarrenmelodien, optimale Dosis Keyboards, treibende Rhythmen, sehr viel Atmosphäre und nicht zuletzt eine superbe Produktion. Bis auf ein paar aufheulende, nahezu hardrockartige Gitarren, weisen die elf Stücke fast keine rockigen Elemente auf auch in puncto Tempo übt sich das Sextett meist in Zurückhaltung. Das Spektrum reicht dieses Mal vom elektronischen »Choice Millionaire« über die poppige erste Single »Daze« bis hin zur Herzschmerz-Ballade »Rebirth«. Hörenswert für alte und neue Fans. (nat)

   

Temple Of Thought
(2012, Remote / Broken Silence CD 6487)

Mal wieder mit einigen Monaten Verspätung erscheint das fünfte Album von Poets Of The Fall in Deutschland. »TEMPLE OF THOUGHT« ist fast ein Konzeptalbum, so dreht sich in den elf Songs alles um Liebe: Von Beziehungen und ihren Schwierigkeiten im modernen, rockigen Opener »Running Out Of Time« bis zum finalen »Happy Song«, der in die Abgründe blickt (»ich zerstöre alles, was du liebst«); ihn hat die Band für das third-person shooter Psycho-Horror-Action PC-Spiel »Alan Wake’s American Nightmare« geschrieben.

Das Titelstück garantiert eine Gänsehaut: Ein emotionales Liebeslied mit orchestralen Keyboards, raffiniertem Text und einer starken Mikroleistung. Überhaupt schafft es Marko auf dem kompletten Album alles, von Falsett (»Cradled In Love«) bis zu den tiefen Tönen, perfekt aber leidenschaftlich zu singen. Olli passt sein Spiel den Stimmungen virtuos an, von verzerrten Riffs bis zu zarten Melodien, Keyboarder Captain akzentuiert die Songs angemessen, wohldosiert, mal poppig, mal theatralisch. Effekte setzen die Finnen spärlich und wohlüberlegt ein, so verlagern sie in »The Distance« Markos Stimme bisweilen in weite Ferne.

Fazit: Ein frischer, kreativer Stilmix von akustisch bis experimentell, von Pop bis Rock. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen Lächeln und Weinen. Eindeutig Poets Of The Fall, aber doch anders als die Vorgängeralben – die POTF als erste Band in ihrer finnischen Heimat allesamt auf Nummer eins der Charts platzierte. Hören! (nat)

   

Twilight Theater
(2010, Insomniac/Playground Music Finland POTF-14)

Ein halbes Jahr länger müssen Fans außerhalb Finnlands auf das vierte Album der Poeten warten – und wer sich das Cover von »TWILIGHT THEATER« genau anschaut, findet das heimische Veröffentlichungsdatum: Der 17. März.
Doch das Warten hat sich gelohnt: Der sphärische Opener »Dreaming Wide Awake« frisst sich eingängig, mit sattem Beat sofort ins Ohr. Das nachfolgende, fast melancholische »War« (alias der Soundtrack zu »Alan Wake«) ist für Computerzocker bereits ein alter Hut, aber ein verdammt starkes Stück.

In zehn Liedern wechseln sich bombastische Passagen mit vielen nachdenklich-introvertierten à la »SIGNS OF LIFE« ab. Der bittersüße Dreiviertelstünder, eingespielt in der gleichen Besetzung wie auf »REVOLUTION ROULETTE«, lebt erneut vom ausgefeilten Songwriting, den guten Musikern und Markos tragendem, ausgezeichnetem Gesang. Mehr davon! (nat)

   

Revolution Roulette
(2008, Eigenverlag POTF-09)

Live treten Poets Of The Fall längst als Sextett in Erscheinung, nun tauchen die Namen des zweiten Gitarristen Jaska »Daddy« Mäkinen, Bassisten Jani Snellman und Schlagzeugers Jari Salminen erstmals im Booklet auf. Der ebenfalls selbstproduzierte Drittling kracht eine ganze Ecke aggressiver, lauter als der Vorgänger »CARNIVAL OF RUST« aus den Boxen; der vierte Song »Psychosis« legt gar mit einem Intro à la Manson los.

Erst im nachfolgenden »Fragile« gönnen sich die Poeten den ersten melancholischen Moment. »REVOLUTION ROULETTE« bringt die emotionale Passagen, den charakteristischen Gesang und die durchdachten Texte der Vorgänger mit, setzt die elf Songs aber deutlich angriffslustiger in Szene. Ein Album für POTF-Fans – und solche die es noch werden wollen. (nat)

   

Carnival Of Rust
(2006, Insomniac POTF-05)

Der rockt los, der langersehnte Nachfolger des Poeten-Debüts. Zunächst halten sie sich nur beim Titelsong zurück, dessen zauberhaftes Video sie gleich mit auf den Silberling packen. Nach der Halbzeit drosseln die Finnen das Tempo: Marks Stimme erhebt sich über Ollies Akustikklampfe, Percussionelemente veredeln die (Beinah)Balladen.

Abrupt röhrt eine E-Gitarre los, und der waschechte Rocker »Delicious« mogelt sich in die ruhige Hälfte von »CARNIVAL OF RUST«. Der komplette POTF-Mikrokosmos von hart bis zart steckt in dem Glanzstück »Maybe Tomorrow Is A Better Day« – das die Band ihren Fans schon vorige Weihnachten als Download schenkte. Hören! (nat)

   

Signs Of Life
(2005, Insomniac/Playground POTF-03)

Drei Welten prallen aufeinander, als sich Rocksänger Mark, Jazzgitarrist Ollie und Industrial-Trance Keyboarder Captain treffen, zerspringen in tausend Stücke – und aus den Scherben entsteht das Universum der Poets Of The Fall: Um eine klare, facettenreiche Stimme kreisen ruhige, stimmungsvolle Gitarrenparts und harmonische Keyboardmelodien. Die einzig rockigen Meteoriten »Lift« oder »Don't Mess With Me« integrieren sich mühelos ins Gesamtbild des sehr balladesken Gitarren(Pop)orientierten »SIGNS OF LIFE«.

Dank der Ballade »Late Goodbye«, Titellied des Computerspiels »Max Payne 2«, kennen bereits Millionen Ohren weltweit die finnischen Poeten – überirdisch schießen diese in der ersten Verkaufswoche direkt auf Platz Eins der heimischen Albumcharts. Nicht unverdient: Das Debüt enthält noch mehr hell leuchtende Sterne, sprich Hitzündstoff, etwa das durch Streicher begleitete »Illusion & Dream«, in welchem die ganze Bandbreite der Instrumente sowie Marks Stimme zum Tragen kommt – und poetisch flüstert er zum Outro: »With Silence Comes Peace, With Peace Comes Freedom, With Freedom Comes Silence«. Augen schließen und genießen. (nat)



Siehe auch:
Von Hertzen Brothers



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