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Alle DVD-Rezensionen zu Kotiteollisuus
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Kotiteollisuus DVD
(2005, Johanna Kustannus Oy/Megamania MGMDVD7003)

Selten macht eine Band-DVD soviel Spaß, selten ist sie so liebevoll zusammengestellt, und noch seltener ist die Band selbst mit so großer Freude bei der Sache. Knappe vier Stunden erfährt der geneigte Fan qualitativ hochwertig in Bild und Ton, was er schon immer über die Band wissen – oder auch nicht wissen wollte: Nach Genuss der DVD und des beigelegten »No Sori«-Heftchens kennt der Betrachter sämtliche Körperteile des Trios.

Unterteilt in die Rubriken Videos, Konzerte, Dokumentation plus Bonus reist der Zuschauer mit Kotiteollisuus durch die Zeit: Im ersten Video 1998 »Routa Ei Lopu« ist Sänger/Gitarrist Jouni Hynynen noch völlig kahl, hat Glatze und keinen Bart; 2002 trägt er halblange Haare und Schnauzer (oweia), bis schließlich 2005 der Rauschebart zur Brust reicht und die Haare über den Rücken hängen.

Spaßig und kreativ sind die Videos der Finnen, wie das 2000er »Jos Sanon« von »TOMUSTA JA TUHJASTA« in dem die drei Heimarbeiter zum Vorschlaghammer greifen – und wer die Skulptur der drei Schmiede in Helsinki kennt, weiß, wie diese dargestellt sind: Nackt. Oder »Rakastaa/ Ei Rakasta« anno 2002 von »KUOLLEEN KUKAN NIMI« skizziert einen ganz normalen finnischen (Samstag)Abend, an dem Kotiteollisuus, getarnt als drei normale eingeborene Halbstarke, ihr eigenes Konzert besuchen – Alkoholgenuss, anschließender oraler Nahrungsauswurf sowie Kontakte zum anderen Geschlecht inklusive.

Beim Kulthit »Minä Olen« von 2003 deponieren Passanten Müll um das Trio, welches im Verlauf des »HELVETISTÄ ITÄÄN«-Songs blutige Kratzer, blaue Augen oder Platzwunden aufweist; unerschütterlich steht Jouni trotzdem da wie James Hetfield in seiner Blüte. »Vieraan Sanoma« vom 2005er »7«-Werk performt die Truppe in einer Raststätte, während die grauhaarige Pächterin mit Gießkanne durchs Bild läuft und Blumen gießt.

In der Konzertabteilung lernen wir Jouni-Janne-Jaris Umarmungs-Ritual vor jedem Gig kennen, begleiten sie zu Ilosaarirock, zum Imatra Big Band Festival oder auf die MTV3-Bühne.
Die Dokumentation, natürlich auf Finnisch, beleuchtet die Hintergründe zum »7«-Album, schildert den Werdegang der Band oder zeigt sie beim MTV3-Chat.

Besondere Leckerbissen lauern im Bonusbereich: »KT-V« zeigt die lappeenrantaschen Musiker bei Interviews, auf Tour, im Proberaum, Backstage im Tavastia/bei Ilosaarirock oder einen kuriosen »Werberap« für die Notrufnummer 112 auf Schwedisch. Außerdem gibt es drei Tracks als Singalong-Version: »Minä Olen«, »Tämän Taivaan Alla« plus »Vieraan Sanoma«. Denn die Finnen sind mindestens so verrückt nach Karaoke wie die Japaner, allerdings bevorzugen sie die härtere Ausgabe »Hevikaraoke«. Genug der Worte – viel Spaß mit den Herren Hynynen, »Homo« Hongisto und Sinkkonen. (nat)



Siehe auch:
Kotiteollisuus (CD-Rezension)


Zum Artikel über Kotiteollisuus

 Kotiteollisuus: Kotiteollisuus DVD

Offizielle Website      http://www.kotiteollisuus.com/

 

Itärintama 2003-2010
(2010, Johanna Kustannus Oy/Megamania MGMDVD7009)

Nach fünf Jahren veröffentlichen die finnischen Hart-Rocker Kotiteollisuus endlich den Nachfolger ihrer ersten, selbstbetitelten DVD: »ITÄRINTAMA 2003-2010« (»OSTFRONT 2003-2010«) heißt die Doppel-DVD mit insgesamt 260 Minuten Spielzeit und einem hübschen Begleitheftchen namens »No Sori!«.

Warnung: Der Trailer zur DVD bekam auf YouTube sofort den »freigegeben ab 18«-Stempel; wer sich vor nackter (Männer-)Haut – und »schlechtem Humor« fürchtet – lässt besser die Finger weg.
Tatsächlich fängt die erste DVD »KARJALASTA KAJAHTAA« trügerisch harmlos an, mit dem Mitschnitt von fünf Liedern beim Provinssirock Open Air 2007. Aus dem gleichen Jahr stammen die nächsten vier Livestücke (Voice Festival).

Doch danach wird’s langsam, sagen wir: kurios. Unter dem Titel »No Sori!-TV Esittää: No Sturi! - Live 2009« (= No Sori-TV präsentiert: Nosturi Live 2009) folgen wechselweise Aufzeichnungen aus dem Helsinkier Club Nosturi und durchgeknallte Kurzfilme Marke Kotiteollisuus. Um den »schlechten Humor« (Zitat aus dem Trailer) vollständig zu erfassen, empfiehlt es sich Finnisch zu verstehen. Kann der Nicht-Finnisch-Sprechende dem »70 Kilo Kebab« oder der vorm Konzert rasierten Clownsfriseur noch ohne Worte folgen, so wird es spätestens im »Makkaramaa« kritisch.

Die Passage »Ruisrock 2010« bestreitet das finnische Trio plus Gastgitarrist und Gastmumie nackt – und ist vermutlich der Grund für die Zensur im Internet. Wobei die Finnen immer darauf achten das »No Sori!«-Logo in angemessener Länge über ihr bestes Stück zu platzieren. Vielleicht führte auch die beste Kamera-Einstellung des Konzerts zur Zensur: Als Rahmen dienen ein paar nackte, haarige Männerschenkel, als Blickfang das nackte Euter, welches eine auf Schultern sitzende Besucherin unter Zuhilfenahme ihrer Hände dekorativ in die Kamera schüttelt.

Die zweite DVD »MOLOTOVIN COCKTAIL« beinhaltet schließlich acht Musikvideos sowie eine Dokumentation in bewährt durchgeknallter »No Sori!«-Manier, auch hier gilt: Muttersprachler sind im Vorteil. Alles in allem sollten sich Freunde finnischer Musik und finnischen Humors dieses Werk keinesfalls entgehen lassen – für Fans ein absolutes Muss! (nat)



Siehe auch:
Kotiteollisuus (CD-Rezension)


Zum Artikel über Kotiteollisuus

 Kotiteollisuus: Itärintama 2003-2010

Offizielle Website      http://www.kotiteollisuus.com/



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